Die Pattfalle — Bauer auf der Sechsten
6k1/8/6PK/8/8/8/8/8 w - - 0 1Der Plan
So nah am Ziel lauert das Patt. Die Stellung hat überhaupt nur drei legale Züge, und genau einer davon gewinnt: der Bauer muss auf die siebte Reihe, SOLANGE der schwarze König sein Umwandlungsfeld noch nicht blockiert und das Nachbarfeld für den weißen König frei bleibt. Die beiden Königszüge geben den Punkt sofort her, weil Schwarz dann rechtzeitig vor den Bauern kommt. Wie eng das Nadelöhr ist, zeigt die Gegenprobe: steht der Bauer erst auf der siebten Reihe und der gegnerische König davor, dann gibt es fünf mögliche Aufstellungen des eigenen Königs — und aus jeder einzelnen setzt derselbe eine Zug, nämlich der König neben den Bauern, SOFORT PATT. Aus zweien dieser fünf ist die Stellung ohnehin nicht mehr zu gewinnen. Genau darin liegt die Tücke: der Pattzug ist der natürlichste von allen, denn der König will doch nur das Umwandlungsfeld decken. Der Verteidiger steuert das bewusst an — in der Fehlervariante hat er viermal hintereinander genau einen haltenden Zug und findet ihn trotzdem jedes Mal, weil alle vier in dieselbe Richtung führen: vor den Bauern.
Merksatz: mit dem Bauern auf der Sechsten zieht der BAUER und nicht der König — wer sich einen stillen Königszug für den Schluss aufhebt, gewinnt; wer ihn vorher verbraucht, setzt patt.
Warum diese Stufe: Bauer auf der Sechsten: der berühmteste Patt-Reinfall
Die Lösung, Zug für Zug
- 1. g7 Der EINZIGE Gewinnzug unter dreien: der Bauer besetzt g7 OHNE Schach, solange der schwarze König es nicht blockiert. Beide Königszüge verschenken den Punkt (Nebenvariante).Nebenvariante 1. Kg5 Der König zuerst — und der Punkt ist weg. Schwarz bekommt damit die Zeit, sich vor den Bauern zu setzen. 1… Kg7 Der EINZIGE haltende Zug, und Schwarz findet ihn im Schlaf: vor den Bauern. 2. Kh5 Kg8 Wieder der einzige Zug. Der schwarze König pendelt zwischen g7 und g8 und lässt sich nicht wegtreiben. 3. Kh6 Kh8 Und wieder nur dieser eine — in die Ecke, weil der weiße König sonst g7 besetzen würde. 4. g7+ Das Schach sieht nach Fortschritt aus, ist aber der Offenbarungseid: der Bauer geht auf ein Feld, das der eigene König nun nie mehr betreten darf. 4… Kg8 Erzwungen — und genau dort will Schwarz hin. 5. Kg6 PATT. Der natürlichste Zug der Welt, der König neben seinen Bauern, und der ganze Punkt ist dahin. Aus allen fünf möglichen Königsstellungen setzt dieser eine Zug patt.
- 1… Kf7 Der einzige Zug, der Schwarz überhaupt bleibt — und er hilft nicht, denn er räumt h7 für den weißen König.
- 2. Kh7 Der König deckt das Umwandlungsfeld — der einzige Gewinnzug unter sieben. Genau diese Aufstellung war das Ziel des Bauernzugs. Die sofortige Umwandlung dagegen wäre nur remis (Nebenvariante).Nebenvariante 2. g8=D+ Die Dame sofort, mit Schach sogar — und trotzdem nur remis. Von sieben Zügen halten hier nur der Königszug nach h7 den Gewinn. 2… Kxg8 Der König nimmt sie einfach: auf g8 war sie von niemandem gedeckt. Blanke Könige. Deshalb geht in der Hauptlinie erst der König und dann der Bauer.
- 2… Ke6
- 3. g8=D+ Jetzt darf die Dame kommen, mit Schach und gedeckt. Der stille Königszug davor war der ganze Gewinn.
Selbst durchspielen
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Weitere Stücke: Bauernendspiel
- Verbundene Freibauern — gedeckt vorrücken Weiß gewinnt
- Wettlauf der Randbauern — die Ecke rettet Remis
- Der Doppelbauer als Tempo-Reserve Weiß gewinnt
- Fressen oder laufen — das Quadrat rückwärts Weiß gewinnt
- Doppelter Randbauer — die Ecke hält auch zwei Remis
- Ein Bauer hält zwei — der rettende Tausch Remis