Flügelmehrheit 3 gegen 2 — der Kandidat zuerst
8/8/5kpp/8/5P2/5KP1/7P/8 w - - 0 1Der Plan
Drei gegen zwei am selben Flügel: aus dem Mehrbauern soll ein Freibauer werden. Die Reihenfolge dafür heißt KANDIDAT ZUERST — vorrücken darf der Bauer, der KEINEN schwarzen Gegenüber auf seiner Linie hat, hier also der f-Bauer, und die beiden anderen stützen ihn von hinten. Dass dabei wirklich die Reihenfolge entscheidet und nicht die Bauernzahl, ist gemessen: von den zehn Zügen der Ausgangsstellung gewinnen acht, und die beiden einzigen, die den Punkt verschenken, sind genau die beiden Verstöße gegen die Regel. Der erste ist der falsche Bauer — zieht der Randbauer gleich zwei Felder vor, bekommt Schwarz ein Blockadefeld, und dieser Block ist gemessen sein EINZIGER Rettungszug unter sieben, jeder andere verliert. Der zweite ist der richtige Bauer zur falschen Zeit: prescht der Kandidat vor, ehe die Nachbarn ihn stützen, wird er schlicht abgetauscht, und aus der Mehrheit wird nichts. Nach dem stillen Vorbereitungszug dagegen läuft die Sache fast von selbst — nur einmal ist noch Genauigkeit nötig, dort halten zwei von sechs Zügen den Gewinn, danach trägt die Front sich selbst.
Merksatz: erst stützen, dann stoßen — und stoßen darf nur der Bauer ohne Gegenüber.
Warum diese Stufe: Mehrheit verwerten, Kandidat zuerst
Die Lösung, Zug für Zug
- 1. h3 Der stille Vorbereitungszug. h3 stützt das kommende g4 — und vermeidet die Selbstfessel 1.h4? h5!, nach der nie mehr ein Freibauer entsteht. Von zehn Zügen gewinnen acht; die beiden Ausnahmen sind genau 1.h4? und 1.f5? (beide als Nebenvariante).Nebenvariante 1. h4 Der falsche Bauer — und einer der nur zwei Züge, die den Gewinn wegwerfen: 1… h5 ...h5! Jetzt stehen sich alle Bauern starr gegenüber — kein Freibauer ist mehr zu erzeugen, remis. Gemessen ist es der EINZIGE Rettungszug unter sieben: jeder andere verliert.Nebenvariante 1. f5 Der richtige Bauer, aber zu früh vorgeprescht — 1… gxf5 — und der Kandidat ist getauscht statt durchgebracht: remis. Schwarz hat dafür zwei Schlagzüge zur Auswahl, beide genügen.
- 1… Kf5
- 2. g4+ Mit Tempo: die Bauernkette schiebt sich als geschlossene Front vor und drängt den König zugleich beiseite. Hier ist es eng — nur zwei der sechs Züge halten den Gewinn.
- 2… Ke6
- 3. h4 JETZT ist h4 gefahrlos — der schwarze König ist zu weit weg, um mit ...h5 noch zu blockieren. Die Front steht.
- 3… Kd5
- 4. f5 DER KANDIDAT. f5 ist der Bauer OHNE schwarzen Gegenüber — nur er kann ein Freibauer werden, und darum bricht genau er durch. Verfrüht (1.f5?) wäre es gxf5 gewesen; jetzt stützen g4 und h4 den Vorstoß.
- 4… Kc4
- 5. fxg6 Der Durchbruch ist vollzogen: aus der Mehrheit ist ein Freibauer geworden.
- 5… Kd4
- 6. g5 Nachschieben, nicht stehenbleiben — die verbundenen Bauern decken einander beim Vormarsch.
- 6… Ke5
- 7. gxh6 Und der zweite Bauer fällt. Aus 3 gegen 2 sind zwei Freibauern geworden, die der König nicht beide aufhalten kann.
- 7… Kf6
- 8. h5
- 8… Ke5
- 9. g7 Nicht zu bremsen: der schwarze König steht auf der falschen Brettseite.
- 9… Kd4
- 10. g8=D Die Dame ist da. Der ganze Gewinn lag im ersten, unscheinbaren Zug 1.h3! — Vorbereitung vor Vorstoß.
Selbst durchspielen
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Weitere Stücke: Bauernendspiel
- Korrespondierende Felder (Lasker-Reichhelm 1901) Weiß gewinnt
- Der aktive König wiegt einen Bauern auf Remis
- Ein Bauer hält zwei — der rettende Tausch Remis
- Der entfernte Freibauer — der Lockvogel Weiß gewinnt
- Fressen oder laufen — das Quadrat rückwärts Weiß gewinnt
- Der geschützte Freibauer — die Fessel Weiß gewinnt