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Dame und Bauer gegen Dame — der Randbauer reicht nicht

Remis Schwarz am Zug · Damenendspiel · Schwierigkeit etwa Elo 1900

Stellung: K7/P3Q3/8/8/3q4/8/2k5/8 b - - 0 1
Schwarz am Zug · FEN K7/P3Q3/8/8/3q4/8/2k5/8 b - - 0 1

Der Plan

Das Gegenstück zum Läuferbauern, und der Unterschied ist gemessen: bei den vier mittleren Linien gewinnt der Angreifer in fast neun von zehn Stellungen, beim Randbauern nur in knapp sechs von zehn — fast jede dritte ist remis, und in gut jeder zehnten verliert der Angreifer sogar. Der Grund steht auf dem Brett. Der eigene König vor dem eigenen Randbauern ist keine Stärke, sondern ein Käfig: er hat nur noch zwei Nachbarfelder, und wenn der Verteidiger die besetzt, kann er sich überhaupt nicht mehr rühren. Die ganze Verteidigung besteht deshalb aus einem einzigen Bild — die Dame stellt sich schräg vor den Bauern, greift ihn an und nimmt dem König zugleich beide Fluchtfelder. Ab da darf der Angreifer nur noch Schach bieten, und jedes Schach kann der Verteidiger mit einem Gegenangebot beantworten, bis die Damen vom Brett sind. Und selbst wenn der Bauer noch umwandelt, ist es zu spät: die neue Dame steht ungedeckt und wird sofort abgetauscht. Wichtig ist nur, dem Bauern nicht gierig nachzujagen — er ist vergiftet.

Merksatz: Beim Randbauern steht der Angreiferkönig sich selbst im Weg — die Dame vor den Bauern, und der Käfig ist zu.

Warum diese Stufe: Und der Fall, in dem es nicht reicht

Die Lösung, Zug für Zug

  1. 1… Db6 Der EINZIGE Zug, der hält — vierunddreißig andere verlieren. Die Dame stellt sich schräg vor den Bauern: sie greift ihn an und deckt zugleich die beiden einzigen Felder, die der weiße König überhaupt hat. Ab jetzt ist Weiß praktisch gelähmt.
    Nebenvariante 1… Dxa7+ Der Reflex: der Bauer ist doch der ganze Streitpunkt, also weg damit — und noch dazu mit Schach. 2. Kxa7 Der Bauer war vom König gedeckt. Dame gegen blanken König, verloren. Der Randbauer ist genau deshalb gefährlich: er lockt.
    Nebenvariante 1… Dd8+ Richtig gedacht, falsch ausgeführt: die Dame will das Umwandlungsfeld decken und stellt sich mit Schach auf die Grundreihe. 2. Dxd8 Nur steht dort schon die weiße Dame in derselben Reihe. Das Feld schräg vor dem Bauern ist das einzige, das beides kann: decken und sicher stehen.
  2. 2. Df8 Weiß versucht, die schwarze Dame von diesem Feld zu vertreiben.
  3. 2… Dc7 Die Dame rückt ein Feld weiter und behält beides im Blick: den Bauern und das Umwandlungsfeld.
  4. 3. Dh8
  5. 3… Df7 Und wieder. Das ist die ganze Arbeit — bleiben, wo man den König einsperrt.
  6. 4. Dg8 Weiß bietet den Damentausch an, weil ihm nichts anderes einfällt.
  7. 4… Dxg8+ Schwarz nimmt mit Schach. Der Bauer allein ist ihm nicht gefährlich.
  8. 5. Kb7 Der EINZIGE Zug — und der einzige legale dazu. Genau das ist der Käfig: der König hatte nur dieses eine Feld.
  9. 5… Dh8
  10. 6. a8=D Der EINZIGE Zug, der noch remis hält. Der Bauer MUSS jetzt umwandeln, solange der König das Feld deckt; jedes Zögern verliert (dritte Nebenvariante).
    Nebenvariante 6. Kb6 Statt sofort umzuwandeln, geht der König spazieren — er will den Bauern erst noch besser decken. 6… Dc8 Und schon ist es vorbei: die Dame besetzt das Umwandlungsfeld. Der Bauer kommt nie mehr durch, 7. Kb5 Db7+ und der weiße König steht im Freien vor einer Dame. Deshalb muss der Bauer genau in dem Moment umwandeln, in dem der König das Feld noch deckt.
  11. 6… Dxa8+ Die neue Dame steht ungedeckt neben ihrem König, also fällt sie mit Schach.
  12. 7. Kxa8 Der EINZIGE Zug — und blanke Könige. Der Randbauer war von Anfang an nur einen halben Punkt wert.

Selbst durchspielen

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