Dame gegen zwei Springer — der Königsschritt entscheidet
8/8/4Q3/1K6/8/k7/8/1nn5 w - - 0 1Der Plan
Zwei Springer beim eigenen König sind gegen die blanke Dame eine erstaunlich zähe Verteidigung: stehen beide Springer dicht bei ihrem König, endet jede vierte Stellung remis — über beliebige Stellungen gerechnet nur jede fünfzehnte. Die Dame allein richtet dort nämlich nichts aus — sie kann schachbieten, so viel sie will, aber solange die Springer sich gegenseitig decken, gibt es keine Gabel. Erst der eigene König bricht die Festung, und zwar nur von einem einzigen Feld aus. In der Ausgangsstellung gewinnt genau ein Zug von einunddreißig, und es ist ein Königsschritt; jeder Damenzug und jedes andere Königsfeld ist remis. Danach entsteht ein Bild, das man gesehen haben muss: die Springer stehen einander im Weg. Jeder Springerzug nimmt dem anderen ein Feld, der eigene König wird eingemauert, und am Ende setzt die Dame matt, ohne auch nur eine Figur geschlagen zu haben.
Merksatz: Gegen zwei Springer hilft nicht die Dame, sondern der König — und er muss auf das eine richtige Feld, nicht auf das nächstbeste.
Warum diese Stufe: Der Königsschritt entscheidet
Die Lösung, Zug für Zug
- 1. Kc4 Der EINZIGE Gewinnzug unter einunddreißig. Der König tritt genau ein Feld näher — nicht in die Diagonale, nicht in die Reihe, sondern auf das Feld, das dem schwarzen König die Ausgänge nimmt. Ein Feld daneben ist remis (erste Nebenvariante), und jedes Damenschach erst recht (zweite Nebenvariante).Nebenvariante 1. Kc5 Ein Feld daneben — der König kommt genauso nahe heran und erreicht doch nichts. 1… Kb2 Der schwarze König hat jetzt Felder, die er in der Hauptlinie nicht hatte. 2. Dg8 Kc3 3. Dh8+ Weiß kann schachbieten, so viel er will: ohne den König auf dem richtigen Feld gibt es keinen Zugzwang, und ohne Zugzwang keine Gabel. Remis. 3… Kb3Nebenvariante 1. Dd6+ Der aktive Zug: Schach, und die Dame greift gleich beide Springer an. 1… Kb3 Der König deckt sie einfach. Genau das ist der Punkt bei zwei Springern — sie stehen nie lange allein. 2. Df8 Kc3 3. Dh8+ Kb3 Die Dame dreht sich im Kreis. Ohne den Königsschritt ist die Stellung remis.
- 1… Kb2 Der König sucht das Freie; seine Springer bleiben zurück.
- 2. Df6+ Ab hier arbeitet die Dame: jeder Schach nimmt dem König ein Feld, und er wird zu seinen eigenen Springern zurückgedrängt.
- 2… Kc2
- 3. Dg6+
- 3… Kb2
- 4. Dg2+ Das entscheidende Schach — der König muss in die Ecke, direkt neben seine Figuren.
- 4… Ka1
- 5. Dh2 Ein stiller Zug. Jetzt hat Schwarz nur noch Springerzüge, und genau darauf lief alles hinaus.
- 5… Sa3+ Der Springer geht mit Schach heraus und nimmt dabei dem eigenen König ein Feld.
- 6. Kb4
- 6… Sb1
- 7. Dc2 Die Dame stellt sich so, dass beide Springer gefesselt wirken — der König kann sich nicht mehr rühren.
- 7… Sa2+
- 8. Ka4
- 8… Sac3+ Zugzwang in Reinform: jeder Springerzug macht es schlimmer.
- 9. Kb3
- 9… Sd5 Der letzte Springerzug — und er gibt das Feld frei, auf das die Dame gewartet hat.
- 10. Db2# Matt, ohne dass eine einzige Figur geschlagen wurde. Nicht die Springer sind gefallen, sondern ihr König.
Selbst durchspielen
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Weitere Stücke: Damenendspiel
- Dame gegen zwei Läufer — gewonnen, aber nicht in fünfzig Zügen Weiß gewinnt
- Dame gegen Turm und Läufer — beide auf des Messers Schneide Remis
- Dauerschach — die einzige Rettung des Schwächeren Remis
- Dauerschach oder Matt — der König marschiert hinter der Dame Weiß gewinnt
- Dame und Bauer gegen Dame — der Springerbauer klemmt Remis
- Der weiter vorgerückte Bauer — deshalb ist der Abtausch die Waffe Weiß gewinnt