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Dauerschach oder Matt — der König marschiert hinter der Dame

Weiß gewinnt Weiß am Zug · Damenendspiel · Schwierigkeit etwa Elo 2000

Stellung: 7k/7p/K2P4/2q5/6Q1/8/8/8 w - - 0 1
Weiß am Zug · FEN 7k/7p/K2P4/2q5/6Q1/8/8/8 w - - 0 1

Der Plan

Sobald beide Seiten einen Bauern haben, ist jedes Damenendspiel dieselbe Frage: reicht das Dauerschach, oder findet der angreifende König heraus? Gemessen an je zweieinhalbtausend gewürfelten Gewinn- und Remisstellungen dieses Materials ist das eine erschreckend scharfe Frage — in einer gewonnenen Stellung gibt es in mehr als jeder dritten GENAU EINEN Gewinnzug, während im Remis fast immer ein halbes Dutzend Züge halten. Wer besser steht, muss also rechnen; wer schlechter steht, darf oft atmen. Hier zeigt die Stellung beides auf einmal. Der weiße König steht am Rand und wird von der ersten Sekunde an gejagt; die Rettung ist nicht, die Schachs zu decken, sondern die eigene Dame so zu stellen, dass sie unterwegs jederzeit dazwischentreten kann. Die Dame geht dafür vor den eigenen Bauern und deckt dem König die ganze siebente Reihe. Danach läuft der König quer über das Brett, und jedes Mal, wenn es eng wird, blockt die Dame mit Gegenangebot. Am Ende steht nicht die Umwandlung, sondern ein Matt — und mattgesetzt wird der schwarze König von seinem eigenen, nie gezogenen Bauern, der ihm das letzte Fluchtfeld nimmt.

Merksatz: Im Damenendspiel deckt die Dame den König, nicht den Bauern — und ein Bauer vor dem eigenen König ist ein Dach oder ein Sargdeckel, nie beides.

Warum diese Stufe: Der Königsmarsch quer durchs Brett, während die Damen schachen

Die Lösung, Zug für Zug

  1. 1. Dd7 Der EINZIGE Gewinnzug unter fünfundzwanzig. Die Dame stellt sich vor den eigenen Bauern und deckt damit die gesamte siebente Reihe — genau den Weg, den der König gleich gehen wird. Wer stattdessen mit dem König ausweicht, verliert den Bauern (erste Nebenvariante); wer die Dame ins Zentrum stellt, wo sie mehr Felder hat, findet kein einziges Deckungsfeld mehr (zweite Nebenvariante).
    Nebenvariante 1. Kb7 Der natürliche Zug: raus aus der Ecke, bevor die Schachs kommen. Nur ist der Bauer damit ungedeckt. 1… Dxd6 Und weg ist er. Ohne Bauern hat Weiß nichts mehr, wofür er den König aussetzen könnte. 2. Ka7 Df8 3. Kb6 Dg8 Schwarz bietet den Tausch an, und Weiß muss ihn nehmen — sonst wird er selbst mattgesetzt. 4. Dxg8+ Kxg8 Blanker König gegen König und Randbauer. Weiß erreicht die Ecke gerade noch rechtzeitig: remis. Der ganze Gewinn ist an einem einzigen Königszug zerbrochen.
    Nebenvariante 1. De6 Die Dame ins Zentrum, wo sie am meisten Felder beherrscht — und den eigenen Bauern deckt. Klingt vernünftig und ist trotzdem nur remis. 1… Dc6+ Der Unterschied: von hier aus deckt die Dame den Bauern, aber kein einziges Feld auf dem Weg des Königs. Schwarz schacht einfach weiter. 2. Ka7 Kg7 Und Schwarz gewinnt sogar Zeit für den eigenen König, der aus der Ecke tritt. Das Mattbild vom Ende der Hauptlinie kann jetzt nie mehr entstehen. 3. Kb8 Db6+ 4. Kc8 Dc6+ Ewiges Schach. Der weiße König findet nirgends ein Feld, an dem seine Dame ihn abschirmen könnte — genau dafür hätte sie vor dem Bauern stehen müssen.
  2. 1… Dc4+ Schwarz hat nur ein Mittel, und er greift sofort danach: Schach um Schach, bis dem weißen König die Felder ausgehen.
  3. 2. Kb7 Der König geht auf die siebente Reihe — genau dorthin, wo die eigene Dame ihn deckt. Von hier ab gilt: nie zurück, immer weiter nach vorn.
  4. 2… Db4+
  5. 3. Kc8 Zwei Felder gewonnen. Man sieht, worauf es hinausläuft — der König sucht die Gegend, in der die schwarze Dame am wenigsten Schachfelder hat, und das ist ausgerechnet die Seite des Gegners.
  6. 3… Dc4+
  7. 4. Dc7 Jetzt tut die Dame, wofür sie hingestellt wurde: sie tritt dazwischen und bietet dabei selbst den Tausch an. Schwarz darf nicht nehmen, also muss er weiterschachen — und verliert dabei Zug um Zug an Kraft.
  8. 4… Da6+
  9. 5. Kd8 Der König geht wieder ein Feld weiter. Der Bauer bleibt einstweilen zurück; er hat seine Schuldigkeit getan, indem er der Dame das Standfeld gab.
  10. 5… Da8+
  11. 6. Dc8 Dasselbe Mittel noch einmal: dazwischen und Tausch anbieten. So schrumpft die Schachserie von selbst.
  12. 6… Da5+
  13. 7. Ke8 Der König erreicht die Grundreihe und stellt sich dabei genau in die Schusslinie der eigenen Dame. Das sieht aus wie eine Selbstblockade und ist in Wahrheit die Pointe.
  14. 7… Dh5+
  15. 8. Ke7+ Der König geht zur Seite und macht die Linie frei: das ist ein Abzugsschach, denn die eigene Dame schaut jetzt die ganze achte Reihe entlang bis in die Ecke. Aus dem Gejagten ist der Jäger geworden.
  16. 8… Kg7
  17. 9. Df8+
  18. 9… Kg6 Der EINZIGE Zug — und schon der letzte. Auf das andere Feld könnte der König nur, wenn dort nicht der eigene Bauer stünde.
  19. 10. Df6# Matt. Der schwarze König hat keinen Ausweg, weil seine eigene Dame und sein eigener Bauer ihm die beiden letzten Felder versperren. Genau davor warnt dieses Stück.

Selbst durchspielen

In der kostenlosen App C&C Chess Club klickst du die Linie Zug für Zug durch, tippst die Nebenvarianten an und spielst die Stellung gegen Stockfish aus — ohne Konto, ohne Werbung.

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